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Positionierung und Status der Effektenhändler

Die schweizerischen Effektenhändler repräsentieren die mittelständischen Finanzdienstleister. Sie sind wie die Banken und Versicherungsgesellschaften und im Gegensatz zu den sog. unabhängigen Vermögensverwaltern direkt und vollständig von der FINMA reguliert.
Der Effektenhändler-Status gestattet die Erbringung der meisten wichtigen Dienstleistungen im Finanzbereich.

Der Effektenhändler darf für seine Kunden Depots und Konti führen. Im Gegensatz zum Bankstatus ist dem Effektenhändler das sog. Zinsdifferenz-Geschäft verwehrt. Die regulatorische Grundlage der schweizerischen Effektenhändler wurde Ende der Neunzigerjahre mit dem Inkrafttreten des Börsengesetzes eingeführt. Das Bankengesetz findet – von wenigen Ausnahmen abgesehen – umfassend und direkt Anwendung auf die Effektenhändler.

  • Die schweizerischen Effektenhändler müssen (i) die bankrechtlichen Unterlegungsvorschriften erfüllen und (ii) ein Mindestkapital von CHF 1.5 Mio. (ca. € 1.37 Mio.) aufweisen. Im Gegensatz zu den Banken müssen die Effektenhändler überdies das sog. base requirement erfüllen: d.h. das Kapital muss mindestens 25% der jährlichen Vollausgaben betragen.
  • Das Kundengeheimnis der Effektenhändler ist mit dem Bankkundengeheimnis identisch.
  • Die Revision muss durch einen von der FINMA bewilligten Revisor durchgeführt werden.
  • Zusätzlich müssen die Effektenhändler eine von der Geschäftsführung unabhängige interne Revisionsstelle haben.
  • Der Verwaltungsrat soll lediglich die Aufsichtsfunktion wahrnehmen und nicht in die Mangementfunktionen der Effektenhändler eingreifen.
  • Schliesslich sind die schweizerischen Effektenhändler Teil der Schweizer Einlagensicherung, der Einlagensicherung der Banken und Effektenhändler.

Auf der betriebswirtschaftlichen Ebene hat seit der Einführung des Börsengesetzes ein Bedeutungswandel beim Effektenhändler stattgefunden. Während historisch betrachtet die Effektenhändler vor allem die früheren B-Konzessionäre bzw. Börsenagenten der diversen kantonalen Börsenordnungen waren, sind es heute in erster Linie «mittelständische» Vermögensverwalter, die vereinzelt auch im Brokerage und im Investment Banking tätig sind.

Im europäischen Kontext entsprechen die Effektenhändler im Wesentlichen den am stärksten regulierten Wertpapierfirmen, die durch ein Minimalkapital von € 730’000 gekennzeichnet sind (sog. «730k-firms»). In der deutschen Umsetzung sind dies die «Wertpapierhandelsbanken» und «Finanzportfolioverwalter».